Veranstaltungsort

In diesem Jahr findet das International Oktoberfest traditionell in der Cieszyńskiego-Straße 9 im Stadtarsenal statt, das auch als Arsenal Wrocław oder Nikolai-Arsenal bekannt ist. Das Gebäude in Form eines unregelmäßigen Vierecks, das den Innenhof umgibt, gehört zu den interessantesten bürgerlichen Architektur-Denkmälern der Stadt Wrocław.

Die Geschichte des Arsenals beginnt 1459, als die Stadträte die Lebensmittelreserven in der Stadt prüfen ließen. Es stellte sich heraus, dass, falls die Stadt belagert sein würde, die Vorräte für nur acht Tage reichen. Während dieser Zeit war Wrocław häufigen Angriffen der tschechischen Truppen des Königs Georg von Podiebrad (1458-1471) ausgesetzt.

Als erstes wurde daher der Südflügel gebaut, der als Getreidespeicher dienen sollte. Seine Länge beträgt 72 m. Die Wandstärke beträgt 1,5 m. Der Nordflügel wurde in die Stadtmauer integriert und stammt aus der Zeit um 1490. Er ist 30 m lang und 3,5 m breit.

Der Westflügel stammt aus der Zeit um 1570 und wurde von Anfang bis Ende des 19. Jahrhunderts als Waffen- und Munitionslager genutzt. Er ist 33 m lang und 6 m breit.

Der Ostflügel aus dem Jahre 1658 schließt den Hof des Arsenals. Die Dicke der Wände beträgt ca. 2 m. Neben diesen vier Flügeln umfasst das gesamte Gebäude auch zwei Türme. Der nördliche Turm (Bastion) ist ein Überbleibsel aus dem 14. Jahrhundert. Die Höhe des Turms mit dem Dach beträgt 20,5 m. In den Wänden gab es Verteidigungsfenster, die später zu normalen Fenstern umgebaut wurde. Der zweite halbkreisförmige Turm ist 13 m hoch.

Das Arsenal-Gebäude hat fast keine architektonischen Ornamente. Es beeindruckt mit der reinen Konstruktion der Innenräume, die sich an das Innere der schlesischen Getreidespeicher anlehnen und ist deshalb eines der interessantesten Objekte dieser Art in Polen.

Der Innenhof wird durch die Silhouetten der beiden Türme und durch den Aufzugsbrunnen aus dem Jahr 1620 bereichert und ist somit eine der malerischsten Ecken in Wrocław, die von Musik- und Theatergruppen gerne genutzt wird. Derzeit beherbergt das Arsenal drei Institutionen: das Militär- und das Archäologiemuseum sowie das Baumuseum.